Die letzte Busfahrt!

Am Dienstag werden wir um 5.00 Uhr von der letzten Wachschicht geweckt, hoffentlich das letzte Frühaufstehen für die nächste Woche. Nach einiger Wartezeit auf den verspäteten Bus steigen wir mäßig ausgeschlafen in einen erstaunlich kleinen Sprinterbus aus ehemals deutschen Beständen ein und treten unsere letzte Busfahrt für die Hinfahrt an. van Kalu muss auf dem Boden sitzen, weil aus irgendwelchen Gründen mehr Tickets als Sitzplätze verkauft werden. In Niksic wird dann ein weiterer Bus nachbeordert und einige Fahrgäste können umsteigen. Jetzt wird es etwas gemütlicher und in Nichtbeachtung der sehr kurvigen Strecke holen viele etwas Schlaf nach.

Nach drei Stunden kommen wir endlich in Zabljak an und ziehen erstmal alle unsere Jacken an, weil es vom Strand in die Berge mindestens zehn Grad kälter wurde. Dort gibt es sehr viele Streuner und einer kommt gleich am Anfang zu uns und läuft auch eine Zeit lang neben uns her, was wir zum einen süß aber auch ein bisschen scary finden, wer weiß, ob der am Ende nicht Tollwut hatte. Zunächst laufen wir zu der Touristeninfo im Dorf, melden uns an und informieren uns. Der vom Staat befohlene Registrierungsprozess ist gar nicht so einfach, da wir der Frau einen Aufenthaltsort angeben müssen, am Ende lenkt sie ein und trägt uns für alle acht Tage in Zabljak ein.

Die Kuh
Die Kuh

Wieder einmal: Einkauf mit Hindernissen

Eigentlich wollen ein paar von uns währenddessen einkaufen gehen aber der Supermarkt ist einfach leer und und nicht betretbar, obwohl er überall ausgeschildert ist. Also laufen wir zu einem anderen Supermarkt am Ortseingang, die größte Shoppingtour unserer Reise. Dort kaufen wir erstmal für acht Tage Essen ein, schließlich werden wir wahrscheinlich auf keinen Supermarkt mehr treffen. Neben Reis, Polenta und Nudeln entwickeln wir ein gestuftes Brotsystem von frischem Weißbrot über abgepacktes Brot bis hin zu Zwieback und Mehl, kaufen viel Gemüse und Obst und auch genügend Snacks. Bis auf wenige Ausnahmen bei den Keksen ist der Einkauf komplett vegan, das ist also auch hier möglich.

Schafe
Schafe

In die Berge…

Danach wollen wir loslaufen aber ein neuer Fan spricht uns an und will uns einen Platz auf seinem Campingplatz andrehen. Nach ein paar Ausreden laufen wir endlich los und machen ein paar Kilometer später erstmal Mittagspause auf einer Wiese mit einem herrlichen Panoramablick auf die Berge, die direkt neben einer Schaf- und Kuhweide ist. Wir wollen sie eigentlich streicheln aber sie rennen immer direkt weg.

Nach ein paar Stunden Marsch über die Kuhwiese und zwischendurch kurzem Nachfragen bei einem Bauern nach dem Weg finden wir, als es schon nach Gewitter aussieht, schnell einen Lagerplatz in einem Waldstück. Ein paar suchen direkt Feuerholz, Mirou startet mit großem Eifer ein Feuer nur mit Feuerstahl und der Rest baut die Kohte auf. Auch ein Bauer, der eine einzige Kuh mit Rufen vor sich hertreibt kommt vorbei, grüßt uns kurz und geht wieder weiter. Die erste Mahlzeit sind Nudeln mit Tomatensauce, das schmeckt sehr sehr Lecker, ein sogenannter Schmackofatz, und nach einer kleinen Singerunde am Feuer fängt es an zu regnen und wir schlafen alle satt und zufrieden ein.

Blick auf den Durmitor Nationalpark
Blick auf den Durmitor Nationalpark
Saubere Quelle?
Saubere Quelle?
Gitarrenspiel am Lagerfeuer
Gitarrenspiel am Lagerfeuer

Nächster Morgen

Nach einer für die meisten sehr erholsamen und langen Nacht stehen wir auf und packen unser Zeug zusammen. Unser erster Halt ist nach zehn Minuten bei einem kühlen Bergsee. Dort gibt es Frühstück, eine Gruppe geht Baden und Kwak geht mit Atreju nochmal zurück, um sein Messer zu suchen.

Jetzt geht es wieder weiter. Für Kurze Aufregung sorgt ein Kuhherde, die wir durchqueren müssen, hier sind die Kühe sehr neugierig und sehen gefährlich aus. Nun schlagen wir uns auf kleinen aber feinen Waldwegen durch das Dickicht und machen bei leichtem Nieselregen viel Strecke. Eine Mittagspause mit Blick auf die Tara und etwas Bergsteigen, schon sind wir in einer malerischen Häusergruppe.

Nach dem Gespräch mit dem Einheimischen
Nach dem Gespräch mit dem Einheimischen

Kontaktversuche

Wir brauchen dringend Wasser und wissen auch nicht, wo wir sind, also fragen wir einen Einheimischen Bauern. Da der Mann kein bisschen Englisch spricht, helfen wir uns mit Pantomime, dem Ohne-Wörter-Buch und Nahlas Sprachhilfe weiter. Das artet zu einer lustigen Konversation aus und am Ende bekommen wir etwas Wasser in Flaschen, fließendes Wasser hat der Mann wahrscheinlich selbst nicht, und wissen, wie es weitergeht.

Querfeldein durchlaufen wir ein Tal und steigen zu einer weiteren Häusergruppe auf, diese ist unbewohnt. Da alle ziemlich erschöpft sind und auch schon die nächsten dunklen Wolken aufziehen, suchen wir uns hier einen Lagerplatz mitten auf einem Berg und Mirou entfacht sein zweites Feuer ohne Feuerzeug. Weiteres Wasser erhalten wir aus einem Regenauffangbecken, natürlich filtern wir das in Bedenken auf vergangene Tage. Während die Polenta mit Auberginen für den heutigen Tag zubereitet wird, fängt es auch schon an zu regnen.

Da die Kohte auch schon schnell aufgebaut ist, essen wir drinnen. Aus einer Singerunde wird nichts mehr, da schon die Ersten einschlafen. Für die nächsten Tage erhoffen wir uns noch viele tolle Ausblicke und weitere nette Konversationen mit Einheimischen, aber wir werden ja sehen, was kommen wird.

Weitere Bilder

Mirou am Feuer
Mirou am Feuer
Stopp am See
Stopp am See
Stopp am See
Stopp am See
Wandern im Wald
Wandern im Wald
Abendsonne
Abendsonne
Gestriger Schlafplatz
Gestriger Schlafplatz

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