Wir stehen nach einer langen und erholsamen Nacht zwischen 10.00 und 11.00 Uhr auf und machen erst einmal ein Feuer aus der Glut vom Vorabend, Grund ungewiss. Halt, Grabowski ist schon für kurze Zeit um 4.00 Uhr aufgestanden weil er ein legendäres Foto für den Fahrtenfotowettbewerb des Landesverbandes vom Sonnenaufgang machen wollte. Das funktionierte leider so gar nicht, weil die Sonne schon aufgegangen war.

Wir trocknen anschließend unsere Sachen am Feuer, damit wir nicht mit nassen Sachen laufen müssen. Danach packen wir alles ein, was relativ lange dauert.

Jetzt geht es wirklich los, wir laufen und es geht direkt am Anfang steil bergauf, nicht das letzte mal heute. Da es in greifbarer Nähe nämlich keine größeren Wege gibt, müssen wir uns durch zersumpfte Waldwege schlagen. Die extreme Steigung wird nur dadurch übertroffen, dass dort laut den Reifenspuren offensichtlich ein Traktor entlanggefahren sein muss, für uns ein Rätsel. Auch ein paar mutmaßliche Bärenspuren und -exkremente finden wir auf dem Weg, wir sind aber gut gewappnet für eine Begegnung, also laufen wir weiter unseres Weges.

Hoch hinaus
Hoch hinaus
Könnte ein Bär gewesen sein
Könnte ein Bär gewesen sein

Das Gelände wird immer schwieriger und schließlich müssen wir uns durch das Dickicht zur Mittagspause mit integriertem Frühstück durchschlagen. Nach der gewohnten Mahlzeit aus Brot mit Wahlweise Erdbeermarmelade oder Ayran, dazu Obst und Snacks, laufen wir weiter, endlich raus aus dem Wald.

Auf dem Bergkamm angekommen tut sich uns zum wiederholten Male eine atemberaubende Aussicht auf. Nach einer weiteren Genießerpause geht es runter ins Tal über Blumenwiesen und an Katuns vorbei, auf den Wiesen grasen Kühe. Mehr Aufmerksamkeit bekommt der erste funktionierende Kuhzaun unserer Reise, hier holen sich direkt einige alleine oder zusammen einen energetisierenden Stromschlag ab.

Es wird ungemütlich…

Kurz darauf ziehen die Wolken zu und ein zäher Regen setzt ein. Um bei unserem Weg sicher zu gehen, fragen wir noch bei ein paar Einheimischen nach unserem Standort, auch diese Konversation wird wieder ein wahres Abenteuer. Der ältere Mann versucht uns mit seinem Sohn zu erklären, dass wir bei diesem Wetter unmöglich weiterlaufen können und lieber umkehren sollten, also verabschieden wir uns nach einiger Zeit und laufen trotzdem noch etwas weiter. Nach der nächsten Bergkuppe entdecken wir schon aus der Ferne den perfekten Schlafplatz und machen uns auf den Weg dorthin.

Schnee im Juni
Schnee im Juni

Auch die Temperaturen sinken

Auf unseren 1700 Metern entdecken wir sogar etwas Schnee, besonders warm ist es auch nicht mehr. Da scheint es erstaunlich, dass vor ein paar Tagen noch mehrere von uns einen Sonnenbrand am Strand bekommen haben.

Schnell setzt sich Mirou in einer kurzen Regenpause an sein nächstes feuerzeugloses Feuer und auch die Kohte wird direkt aufgebaut. Als es schon dunkel wird und der Regen wieder einsetzt, treffen wir uns in der Kohte, um halbgaren Reis mit dafür umso besserem Gemüse zu essen.

So geht der nächste lange Tag zur Neige. Mal schauen, wie das Wetter morgen wird. Gute Nacht.

Bilder, Bilder, Bilder…

Das Wetter schwingt um
Das Wetter schwingt um
Almlandschaft
Almlandschaft
Manche Wege enden einfach auf einer Wiese
Manche Wege enden einfach auf einer Wiese
Verlassenes Katun
Verlassenes Katun
Kochen im Regen
Kochen im Regen
Zum Schluss unsere Kohte auf über 1700m in den Bergen
Zum Schluss unsere Kohte auf über 1700m in den Bergen

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